Trofeo di San Martino Vergiate

Traditionell findet am ersten November-Wochenende in Vergiate, Italien, ein Minigolfturnier statt und zwar draussen! Es ist für viele italienischen Sportfreunde der Abschluss der Aussensaison. Auch wenn natürlich an dem zweitägigen Turnier seriös trainiert und hochklassiger Minigolfsport geboten wird, geht es bei diesem Turnier auch und insbesondere um das Gesellige, Dolce Vita! Diese spezielle Kombination zieht seit Jahren auch Minigolffreunde aus verschiedenen anderen Ländern an. An der diesjährigen Ausgabe nahmen nebst namhaften ItalienerInnen auch Spieler aus Deutschland, Finnland und der Schweiz teil. Christa und Ingo, die in Vergiate auch Passivmitglieder sind, vertraten in der Lombardei die Farben des MC Burgdorf.

Wettermässig ist es anfangs November auch in Norditalien eine Lotterie, von Sonnenschein, Indian Summer und 20°C bis Nebel, feuchte Kälte und Nieselregen ist alles möglich. Leider war die diesjährige Ausgabe eher durch letzteres geprägt. Die Anlage, eine 100%-Betonanlage, gehört zu den anspruchsvolleren Betonanlagen. Jedes Ass muss herausgespielt werden, viele Zielkreise ziehen, sodass es auch Spitzenspieler kaum ohne Verlochen durch das Turnier kommen. Dennoch ist die Anlage fair, es wird einem einfach nichts geschenkt.

 

Mit 80 bis 100 Teilnehmer ist das Turnier immer gut besucht. Um der hohen Teilnehmerzahl gerecht zu werden und wahrscheinlich auch, um das Dolce Vita auszuleben, gibt es einen für uns Schweizer speziellen Turniermodus. Am Samstag wird erst um 10h gestartet, Seniorinnen und Senioren spielen am Samstag zwei Runden, alle anderen Kategorien eine Runde. Am Sonntag ist es dann umkehrt.

 

So, nun aber endlich zum Spielgeschehen. Zwar regnete es am Samstag nicht, durch einen dichten, garstigen Hochnebel waren der Rasen und die Bahnen aber etwas feucht. Ingo war erst am Samstagmorgen per Zug angereist und ohne Training ins Turnier eingestiegen. Das machte sich vor allem bei den Temposchläge bemerkbar, mehrere lange Putts mussten gespielt und nur einige konnten versenkt werden. Zudem kamen zwei Lochfehler hinzu, mit 38 war der Start durchwachsen. Christa, die bereits seit Donnerstag das Terrain erkundete, startet ähnlich durchwachsen. Nach fünf Fehlern und drei Assen stand auch für sie eine 38 am Ende. Der zweite Durchgang lief dann für beide besser. Der besten Erfolgsfaktor – nicht nur in Vergiate – ist die Reduktion der Fehler. Ingo konnte die Fehler auf zwei reduzieren, mit drei Assen zum Schluss resultierte eine 31er Runde. Christa konnte sich mit nur einem Fehler und einer 33er Runde ebenfalls deutlich steigern und auf den zweiten Rang der Seniorinnen vorstossen. Die führende Marzia Brianza lag nach zwei Runden bereits mit fünf Schlag in Führung, der zweiten Rang war hart umkämpft, vier Spielerinnen hatten lediglich drei Schlag Differenz.

 

Wegen der Regenprognose entscheid die Turnierleitung, dass alle Kategorien am Samstag zwei Runden zu spielen hatten. Für uns war der seriöse Teil am Samstag aber um 14:30h beendet, Espresso, Prosecco und eine Shopping Tour im Vico Lungo folgten – Dolce Vita! Am Abend organisiert der GSP Vergiate für die Interessierten ein Nachtessen in einem feinen Restaurant. Mit 22 Teilnehmern aus vier verschiedenen Ländern liessen wir den Tag bei Pizza und Vino ausklingen.

 

Am Sonntag am Morgen regnete es wie vorhergesagt. Einige wenige, trockene Fenster in der Vorhersage gaben uns den Optimismus, dass zumindest einige Kategorien die drei angesetzten Runden spielen konnten, denn – auch das eine Besonderheit – am Sonntag wird gestürzt und in der Kategorie gespielt. Für Christa bedeutete das, dass sie mit der erst- und drittrangierten Spielerin auf die Abschlussrunde ging. Trotz sehr widriger Umstände startete Christa optimal. An Bahn 5 hatte sie bereits die Drittplatzierte um fünf Schlag distanziert und auf die Führende drei Schlag gut gemacht, geht da noch was? Trotz der Nässe spielte Christa unbeirrt weiter, bis zur Bahn 14 war sie auf einen Schlag an Marzia dran. Dann folgte eine längere Regenunterbrechung. Nach Wiederbeginn spielten beide ohne Fehler weiter. Die Entscheidung brachte Bahn 17. Christa legte eine zwei vor, Marzia verputtete im sehr anspruchsvollen Zielkreis den zweiten Schlag. Auch den dritten Schlag konnte sie nicht im Loch unterbringen und dieser lief zudem noch weit in den Kanal zurück. Da der vierte Schlag nicht fiel, musste sie sich eine fünf notieren lassen. An Bahn 18 assten beide, sodass Christa sich mit einer 32er Schlussrunde bei widrigen Umständen und einem sehr guten Gesamtresultat von 103 den Kategoriensieg sichern konnte. Ingo spielte in der Schlussrunde eine 34er Runde und kam auch auf 103 Schlag. Er klassierte sich im Mittelfeld im stark besetzen Seniorenfeld.

 

Ein sehr schönes Wochenende – mit Dolce Vita trotz Tempo disgustoso – ging zu Ende und wir machten uns auf den mehrstündigen Heimweg.

 

Link zu den Resultaten

 

Bericht verfasst von Ingo Schoppe.